KOCH Lerntherapie
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47807 Krefeld-Fischeln

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Lerntherapie

Viele Eltern kennen das Problem: Die Kinder haben Probleme in der Schule und bekommen Nachhilfe, um vorhandene Defizite aufzuarbeiten. Dennoch zeigt sich keine wesentliche oder nur eine kurzzeitige Besserung.

In solchen Fällen oder bei

AD(H)S

Legasthenie / Lese-Rechtschreib-Schwäche (L-R-S)

Dyskalkulie / Rechenschwäche oder

ist Lerntherapie notwendig.

Denn hier wird nicht nur an den Symptomen, d. h. den fachlichen Defiziten gearbeitet, sondern an deren Ursachen, damit die Kinder eigene Kontroll- und Problemlösungsstrategien entwickeln, die ihnen sowohl in der Schule als auch im Alltag helfen. Voraussetzung ist eine umfangreiche Eingangsdiagnostik, um die Ursachen für die Probleme aufzudecken.

Diese Diagnostik bieten wir kostenlos und unverbindlich an!

Wir zeigen Ihnen, wo Ihre oder die Stärken Ihres Kindes liegen und unterstützen Sie dabei, diese noch erfolgreicher einzusetzen.

Lerntherapie nach Feuerstein

Feuerstein studierte in Genf bei Jean Piaget u. a. die die Voraussetzungen und psychologischen Prozesse untersuchten, die mit dem Erkennen der Wirklichkeit verbunden sind und davon ausgingen, dass sich das Erkenntnisvermögen in der aktiven Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt entwickelt. Feuerstein beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit Kindern, denen Lernerfolge in einem oder mehreren Bereichen versagt blieben.

Kognititve Defizite

In der Diagnostik erkannte er, dass diese Kinder und Jugendlichen häufig besonders stark ausgeprägte kognitive Defizite in folgenden Bereichen hatten:

  • Impulsivität
  • Unfähigkeit zum Vergleich zwischen verschiedenen Objekten und Ereignissen
  • Schwierigkeiten bei der räumlichen OrientierungUnfähigkeit zu planvollem Verhalten
  • Unfähigkeit, Ursache und Wirkung miteinander zu verbinden

Förderprogramm

Feuerstein erarbeitete ein Förderprogramm, in dem er nach dem Prinzip der „Vermittelten Lernerfahrung“ vorgeht. Es ist in allen Alters- und Begabungsgruppen und unter unterschiedlichsten Rahmenbedingungen einsetzbar. Es ist ganzheitlich und prozessorientiert.Das dahinter stehende Modell von „Intelligenz“ geht nicht von einer statischen Struktur aus, sondern sieht sie als ein offenes, dynamisches System an, welches sich während des ganzen Lebens weiter entwickeln kann. Dieses Modell geht von dem Ansatz aus, dass Intelligenz die Summe der Anlagen und Möglichkeiten ist, die Menschen mit auf die Welt bringen, die aber erst unter Einbeziehung der emotionalen Fähigkeiten nutzbar gemacht werden können.  Das heißt, dass der Mensch in der Auseinandersetzung mit der Umwelt Erfahrungen macht, genauer gesagt „Lernerfahrungen“, die in seinem weiteren Leben Einfluss nehmen auf seine 

  • (Lern-)Motivation,
  • das Ausmaß seiner Grundfertigkeiten
  • und seinen Umgang Begriffen.

Das Prinzip der vermittelten Lernerfahrung

Sind in einem Lebens- / Lernbereich zu wenige positive Erfahrungen gemacht worden, können die an sich vorhandenen Ressourcen nicht genügend genutzt werden. An diesem Punkt setzt Feuerstein an. Er geht davon aus, dass sich die kognitive Struktur nicht nur durch unmittelbare, sondern auch durch vermittelte Lernerfahrung verändern kann. Während die unmittelbare Lernerfahrung bereits im Mutterleib beginnt, steuern bei der vermittelten Lernerfahrung Mediatoren den Prozess des Lernens, z. B.  Eltern, Geschwister, Lehrer. Durch die unterschiedlichen Absichten des Vermittlers werden auch die Auswahl der Umweltausschnitte bzw. Reize bestimmt, mit denen er ein Kind konfrontiert. Dadurch wird die Entwicklung der kognitiven Struktur des Kindes bestimmt. Feuerstein sieht im Wesentlichen einen Mangel an vermittelter Lernerfahrung als Ursache verzögerter und defizitärer geistiger Entwicklung an. Je früher das Kind vermittelte Lernerfahrungen sammelt, desto leichter kann es auch im direkten Umgang mit der Umwelt lernen. Ein guter Vermittler (Mediator) hat folgende Aufgaben:

  • Angebot von planvoll und mit Bedacht ausgewählten Stimuli
  • Schaffen einer Verbindung zwischen der gerade gemachten Lernerfahrung und einer anderen verwandten Erfahrungen
  • Schaffen einer Beziehung einer Bezeichnung für etwas und dessen Bedeutung
  • Offensein für die wechselnde Beziehung zwischen Lehrer und Lernendem
  • erkennbare Überzeugtheit von künftigen Lernerfolgen
  • Schaffen einer Unabhängigkeit und Selbststeuerung fördernden Lernatmosphäre

Nach Feuerstein ist der Mensch ist auf vermitteltes Lernen angewiesen, damit er nicht ein passiver Rezipient unstrukturierter Informationen bleibt. Dazu muss er wissen, dass das Bewusstsein und die Entwicklung einer bedeutsamen Innenwelt eine selbstbestimmte Motivation zum Lernen und Behalten hervorbringen. Er muss erkennen, dass er sein Lernverhalten durch Mitdenken (Nachdenken über das Denken) kontrollieren kann und dass er Probleme lösen kann, wenn er sich seiner eigenen Fähigkeiten bewusst ist und diese auch gezielt einsetzt. Der Mensch muss erkennen, dass es sich lohnt, Eigeninitiativen beim Suchen, Anstreben und Erreichen von Zielen auf systematischer Grundlage zu entwickeln. Einzigartigkeit muss als positiv und nicht als Manko an „Uniformität“ angesehen werden, um in der Kommunikation mit anderen adäquat agieren zu können. Wenn man eigene Entwicklungsmöglichkeiten in der Zukunft sieht, kann man sich auch an neue Herausforderungen heranwagen.

Bedeutung der Lernpotential-Diagnostik

Um eine Entwicklung feststellen zu können, ist es wichtig zu wissen, von welchem Stand man ausgeht. Deshalb ist zu Beginn von lerntherapeutischen Maßnahmen eine Lernpotential-Diagnostik unumgänglich, die sowohl der an der Maßnahme Teil nehmenden Person als auch dem Mediator zwar auch vorliegende Schwächen oder Defizite, vor allem aber Potentiale und Möglichkeiten der Förderung aufzeigt. Lerntherapeutische Maßnahmen in Kleingruppen von bis zu drei Personen oder in  Einzelförderung geben die Möglichkeit, an etwaigen Schwächen zu arbeiten und zu lernen, vorhandene Stärken bewusster einzusetzen. Dazu ist es wichtig durch eine quasi fortlaufende Diagnostik bereits Erreichtes sichtbar zu machen und weitere Potentiale zu offenbaren.

Materialien

Die Trainingsmaterialien sind in großen Teilen so konzipiert, dass sie sprachfreien Intelligenztests ähneln oder entsprechen. Sprachliches Verständnis ist zur Lösung vieler Aufgaben nicht notwendig und genauso wie fachliches Vorwissen. Dadurch gewinnen auch Personen ohne fachliches Wissen oder mit Hemmungen bzw. Blockaden im Umgang mit Sprache leichter einen Zugang zu den Übungen. Außerdem können dem Klienten individuelle Lernpotentiale und Lernstrategien leichter bewusst gemacht werden. Das Training selbst arbeitet nach dem "Prinzip der kleinstmöglichen Hilfestellung". Die Hilfen zu den einzelnen Aufgaben werden in vier Kategorien unterteilt:

  • Passive Hilfe
  • Aktive hinweisende Hilfe
  • Aktive erklärende Hilfe
  • Aktive demonstrierende Hilfe

Konkrete Hilfestellungen in der Trainingsphase können z.B. sein:

  • Veränderung der Instruktion
  • Veränderung der Darbietung der Aufgaben
  • Motivierung
  • Hinweise auf strategisches Vorgehen
  • Rückmeldungen darüber, ob die Lösung richtig oder falsch ist
  • Modellhaftes Verhalten des Versuchsleiters

Aufbau der Fördereinheiten

Bei der Arbeit mit Schulkindern werden die Fördereinheiten in drei Abschnitte unterteilt:

  • Förderung der kognitiven Strukturen durch entsprechendes Arbeitsmaterial (z. B. Punkteblätter)
  • (psycho-)motorische Förderung
  • fachbezogene Förderung

Schwerpunkte der Förderung der kognitiven Strukturen

Folgendes sind die Schwerpunkte der Förderung der kognitiven Strukturen:

  • Die Vermittlung von Grundfertigkeiten
  • Die Vermittlung eindeutiger Begrifflichkeiten
  • Planvoll-strukturiertes Arbeiten
  • Die Vermittlung von Möglichkeiten, vorhandene Strategien effektiv zu nutzen und weiterzuentwickeln
  • Möglichkeiten des selbstständigen und selbstkontrollierten Lernens

Bei der Arbeit mit Kindern im Vorschulalter, Senioren und Menschen mit Behinderungen entfällt die fachbezogene Förderung und die Übungen zur Förderung der (psycho-)motorischen Fähigkeiten müssen angepasst werden.

Wichtig zur Erhaltung der Motivation ist der Transfer in die reale Lebenswelt der Klienten.